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Konzepte: Säfte und Symbole

Im Kampf gegen Krankheiten stand den Heilkundigen des ­Mittelalters ein heute oft unterschätztes Repertoire an Theorien und Therapien zur Verfügung.

Das »dunkle Mittelalter« steht gleichsam als Synonym einer Zeit des Stillstands jeglicher Wissenschaft. Im Dämmerschlaf habe auch die Medizin jene rund 1000 Jahre währende Epoche zwischen Antike und Renaissance verbracht. Die Indizienlage scheint dies zu bestätigen: Es fehlen spektakuläre Entdeckungen und herausragende Ärzte. Stattdessen allenthalben Zauberei, beharr­liches Festhalten an Traditionen und der unübersehbare Einfluss der Kirche auf alle Wissenschaft. Die Medizin oblag Mönchen, Philosophen und Scharlatanen.

Noch heute prägen die oben beschriebenen Klischees gemeinhin das Bild, obwohl sie auf einer ahistorischen Sichtweise beruhen: Statt sich in jene Epoche hineinzudenken, betrachtet man sie mit den Maßstäben der eigenen Zeit. So beruht der Vorwurf, die Kirche habe die Wissenschaft über die Maßen kontrolliert, auf der Prägung einer säkularen Gesellschaft. Für den Christen des Mittelalters gab es überhaupt keine Alternative zu seinem Glauben: Juden, Heiden und Ketzer galten schlicht als verabscheuungswürdig und zur ewigen Verdammnis bestimmt. Mittelalterliche Medizin wurde als Akt der Nächstenliebe betrieben und ordnete sich in ein religiös geprägtes Weltbild ein …

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 2/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 2/2019

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