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Modellierung: Gefangen im Kasino

Physiker haben ein Modell entwickelt, um die Vermögens­verteilung in Volkswirtschaften zu beschreiben. Trotz seiner Einfachheit liefert es erstaunlich genaue Ergebnisse und erklärt, warum Ungleichheit in unserer Welt unausweichlich ist.
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In den unterschiedlichsten Ländern wächst die soziale Ungleichheit mit alarmierender Geschwindigkeit an, sei es in den USA, Russland, Indien, Brasilien oder vielen EU-Staaten. Während laut der Investmentbank Credit Suisse 2008 das reichste Prozent der Bevölkerung über 42,5 Prozent des weltweiten Vermögens verfügte, besaßen sie zehn Jahre später sogar 47,2 Prozent. Anders ausgedrückt: 2010 waren 388 Personen zusammen so reich wie die gesamte ärmere Hälfte aller Menschen – inzwischen schätzt der Verbund einiger internationaler Hilfsorganisationen Oxfam die Anzahl dieser Superreichen auf 26. In fast allen Staaten, die Haushaltsbefragungen durchführen, zeigt sich ein derartiger Trend. Die Statistiken deuten darauf hin, dass sich der Großteil des Vermögens zunehmend auf wenige Personen verteilt.

Seit Jahrzehnten diskutieren verschiedene Experten über die Ursachen dafür, allerdings ohne einstimmiges Ergebnis. Ein neuer Ansatz von Physikern und Mathematikern, an dem unter anderem meine Arbeitsgruppe von der Tufts University beteiligt war, weist nun darauf hin, dass die ungerechte Situation in unserem Wirtschaftssystem unausweichlich ist: Sie entsteht durch einfache arithmetische Gesetzmäßigkeiten …

Januar 2020

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2020

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