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Paläozoologie: Moderne Netzspinnen doch schon von vorgestern



Spinnen, die Seide produzieren, gibt es seit 410 Millionen Jahren. Allerdings sahen ihre Netze anfangs wohl eher primitiv aus. Die Araneoidea, die modernen Netzspinnen, entstanden erst sehr viel später. Ihre neue Errungenschaft waren komplizierte Gewebe aus klebrigen Fäden, mit denen sie Beute festhalten können. Bisher galt ein klebriger Spinnenfaden aus baltischem Bernstein mit 40 Millionen Jahren als ältester Nachweis. Nun hat Samuel Zschokke von der Universität Basel in einem schon 1969 im Libanon gefundenen Bernstein ein noch wesentlich älteres Stück Spinnenseide entdeckt: einen vier Millimeter langen Faden, der vor 130 Millionen Jahren eingeschlossen wurde. Mit seinem Wechsel von großen und kleinen Klebstoff-Tröpfchen, von denen im Durchschnitt 22 auf einen Millimeter kommen, zeigt er genau das Muster, das sich auch bei den modernen Araneoidea findet. Zschokke vermutet allerdings, dass der Faden nicht von einem Radnetz stammt, sondern von einem weniger regelmäßigen Haubennetz, wie es von Kugelspinnen gewebt wird. Zu ihnen gehört heute beispielsweise die Schwarze Witwe. (Nature, 7.8.2003, S. 636)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 10 / 2003, Seite 10
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
10 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 10 / 2003

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