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Biologie: Morden für die Freunde



Eine wunderbare Freundschaft, die so genannte Mykorrhiza, ist im Pflanzenreich weit verbreitet: Ein Pilz versorgt seine Wirtspflanze mit Mineralsalzen aus dem Boden und wird von ihr mit organischen Verbindungen belohnt. Wie weit diese Freundschaft geht, entdeckten nun John Klironomos und Miranda Hart von der Universität Guelph (kanadische Provinz Ontario) bei einer Routineuntersuchung der Mykorrhiza zwischen der Weymouths-Kiefer und dem Pilz Laccaria bicolor. Danach schreckt dieser Pilz nicht einmal vor Mord an der Springschwanzart Folsomia candida zurück, um den Nährstoffbedarf seiner Partnerpflanze zu decken: Im Einzugsbereich des Pflanzenbündnisses überlebten, wie die Forscher überrascht feststellten, innerhalb von zwei Wochen weniger als fünf Prozent der flügellosen Insekten. Wahrscheinlich gibt dieser Pilz einen Giftstoff ab, der die Springschwänze lähmt und tötet. Dann nimmt er den Stickstoff seiner Opfer auf und leitet ihn an seine Wirtspflanze weiter, die dadurch offensichtlich auch auf stickstoffarmem Boden prächtig gedeiht. Andere untersuchte Pilzarten ließen die winzigen Insekten jedoch am Leben.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2001, Seite 24
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
6 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 6 / 2001

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