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Religion: Müssen wir glauben?

Atheismus wird immer einen schwereren Stand haben als Religion, denn eine Vielzahl kognitiver Besonderheiten prädisponiert uns Menschen dazu, an etwas zu glauben.
Ist Religion ein Produkt der menschlichen Evolution? Schon die Frage allein bereitet vielen Menschen, ob religiös oder nicht, Unbehagen – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Manche Gläubige befürchten eine zersetzende Wirkung für den Glauben, würde man die ihm zu Grunde liegenden Prozesse durchschauen. Andere Menschen haben Sorge, es könnte alles, was sich als Teil unseres entwicklungsgeschichtlichen Erbes erweist, als gut, wahr, notwendig oder unausweichlich gedeutet werden. Wieder andere, darunter viele Wissenschaftler, tun die ganze Sache mit einem Achselzucken ab; in ihren Augen ist Religion kindischer, ja gefährlicher Unsinn.

Solche Reaktionen erschweren es, das Wie und Warum für die Allgegenwart religiösen Gedankenguts in menschlichen Gesellschaften zu ergründen – doch gerade dieses Verständnis wäre im gegenwärtigen Klima des religiösen Fundamentalismus besonders bedeutsam. Ist Religion also eine der zahlreichen Konsequenzen, die sich aus der Sorte Gehirn ergeben, mit der wir ausgestattet sind? Mit dieser Fragestellung können wir ausloten, welche Formen von Religion der menschlichen Psyche gewissermaßen von der Natur in die Wiege gelegt wurden. Wir können ferner untersuchen, welche stillschweigenden Annahmen sich selbst die unterschiedlichsten Religionen teilen und wie Religion und ethnische Konflikte zusammenhängen. Und schließlich dürfen wir eine Einschätzung wagen, welch realistische Aussichten auf Verbreitung des Atheismus bestehen.

Der Ansatz, Religion aus evolutionärer und kognitiver Sicht zu erforschen, ist in den letzten zehn Jahren herangereift. Bei ihm geht es nicht etwa darum...

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