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Tiermumien: Dino, Mammut & Co

Versteinerte Haut- und Muskelreste, mumifizierte Gedärme – nur selten überdauerten Gewebe und Organe urgeschichtlicher Tiere. Doch jeder neue Fund bereichert unser Wissen um ihre Lebenswelt vor Zehntausenden von Jahren.
Beresowka-Mammut

»Die angenehme Vorstellung, in 20 000 Jahren könnte Sibirien statt vom Eis von Orangen- und Zitronenbäumen bedeckt sein, macht mir schon jetzt Vergnügen«, schrieb die Zarin Katharina die Große dem französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire, nachdem 1771 Teile eines Nashorns im Norden Russlands zu Tage kamen. Schon seit Ende des 17. Jahrhunderts waren immer wieder Überreste von Elefanten entdeckt worden. Die Herrscherin sah darin ein Zeichen, dass es in Sibirien einst warm gewesen sein musste, und das könnte eines Tages wieder so sein. Der Brieffreund hingegen vermutete, ein Inder habe irgendwann ein Rhinozeros ins kalte Land gebracht. Wie wir heute wissen, irrten beide: Wollhaarnashorn und Mammut lebten in eiszeitlichen Landschaften. Ihre Kadaver waren durch das schnelle Einfrieren im Permafrost auf natürliche Weise mumifiziert worden.

Bis heute kamen nur wenige vollständige Zeugen der Urzeit ans Licht, denn auch Mumien zerfallen, wenn sich die Erhaltungsbedingungen ändern. Bleibt organische Substanz über Zehntausende von Jahren erhalten, ist das stets eine Sensation. Fasst man den Begriff Mumie weiter, stammen die ältesten Exemplare sogar aus der Kreidezeit – der Zeit der Dinosaurier …

September 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2018

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  • Quellen

Guthrie, R. D.: Frozen Fauna of the Mammoth Steppe: The Story of Blue Babe. The University of Chicago Press, Chicago 1990

Lister, A., Bahn, P.: Mammuts: Riesen der Eiszeit. Thorbecke, Ostfildern 2009

Manning, P.: Grave Secrets of Dinosaurs. Soft Tissues and Hard Science. National Geography, Washington D. C. 2008

Wieczorek, A., Rosendahl, W.: Mumien – der Traum vom ewigen Leben. Philipp von Zabern, Darmstadt 2014