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Geschichte: Nach der Pest erhöhte sich die Lebenserwartung

Die große Pestpandemie im Mittelalter, der "schwarze Tod", löschte zwischen 1347 und 1353 ein Drittel der europäischen Bevölkerung aus. Offenbar herrschten in der Zeit danach bessere Lebensbedingungen als vor dem Ausbruch der Seuche, konstatiert nun eine amerikanische Forscherin. Das stimmt mit historischen Berichten über geringere Jugendsterblichkeit nach der Pest überein.

Sharon DeWitte von der University of South Carolina in Columbia (USA) untersuchte insgesamt 600 Skelette von Londoner Friedhöfen. Diese stammten von Menschen, die in den zwei Jahrhunderten vor beziehungsweise nach der Pestwelle gestorben waren. Altersbestimmungen an den Knochen deuten darauf hin, dass die Lebenserwartung nach der großen Pestwelle stieg: Unter den Verstorbenen hatte der Anteil älterer Menschen deutlich zugenommen. Andere Studien hierzu hätten bislang kein eindeutiges Bild geliefert, schreibt die Forscherin – etwa wegen ungenauer Altersdatierungen oder der Beschränkung auf bestimmte Bevölkerungsgruppen.

Historische Quellen zeichnen ein widersprüchliches Bild der Zeit nach der Pest. Verschiedene Dokumente bezeugen jedoch, dass die Kaufkraft der Bevölkerung stieg, wohl vor allem auf Grund fallender Preise. Auch wurden Arbeitskräfte gesucht: Grundherren etwa sahen sich zu einer Abgabensenkung gezwungen, um die Bauern davon abzuhalten, von den Gütern abzuwandern. Es stand mehr landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung als für die geschrumpfte Bevölkerung erforderlich, was unter anderem zu einem Aufschwung der Viehzucht und mehr Fleischkonsum führte.

Juli 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2014

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