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Chemie: Natur als Umweltsünder



Wenn PCB, DDT und andere organische Chlorverbindungen in der Umwelt auftauchen, ist für viele klar: Der Mensch war’s. Diese Stoffe gelten geradezu als Inbegriff der Chemie, die mit ihren künstlichen Produkten die Umwelt vergiftet. Doch dieses Urteil ist vorschnell. Tatsächlich entstehen, wie Satish C. B. Myneni von der Universität Princeton (New Jersey) jetzt zeigte, chlororganische Stoffe auch ganz natürlich beim biologischen Abbau von Pflanzenmaterial. Mit einer speziellen Methode (der Röntgenabsorption) konnte der US-Forscher verrottetes pflanzliches Gewebe analysieren, dessen Schadstoffgehalt mit üblichen chemischen Analyseverfahren wie der Atomabsorption nicht nachweisbar ist. Blätter, Stängel, Wurzeln und Rinde enthalten in frischem Zustand Chlorid-Ionen. Diese reagieren bei der Zersetzung des Pflanzenmaterials zu chlorierten Kohlenwasserstoffen – ring- oder kettenförmigen Molekülen mit ein bis zwei Chloratomen. Die Forschungsergebnisse werfen auch ein neues Licht auf die Schädlichkeit von Organochlorverbindungen in der Umwelt. Kommt die Natur mit ihnen – den natürlichen wie den anthropogenen – womöglich besser zurecht als bisher angenommen? (Sciencexpress, 17.1.2002)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002, Seite 50
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002

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