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Naturgetreu und lebensecht: »Die Kunst steckt in der Natur«

Albrecht Dürer war nicht der Erste, der Landschaften in den Mittelpunkt seiner Bilder stellte. Doch niemand beobachtete die Pflanzen und Tiere derart akribisch und setzte das Gesehene künstlerisch so meisterhaft um.
»Die Kunst steckt in der Natur«

»Es gibt nur ganz wenige deutsche Künstler, die Pfadfinder in der Gestaltung gewesen sind, seit Dürer fast keiner«, notierte der expressionistische Maler Ernst Ludwig Kirchner im Frühjahr 1925 in seinem Davoser Tagebuch. Zu Albrecht Dürers Pioniertaten zählte Kirchner ­sicherlich die Landschaftsansichten und Aquarelle, die wiederholt mit den Bildern von Paul Cézanne verglichen worden waren. Dürer wurde als erster Landschaftsmaler gefeiert, der das Alltägliche am Wegesrand zum Bildgegenstand erhoben habe. Wie keine andere Werkgruppe begründeten seine Abbilder der freien Natur die Auffassung, Dürer sei als großer Neuerer in der Kunst zu verstehen. Doch was ist dran an diesem Mythos? War Dürer tatsächlich der erste Freilichtmaler Europas?

Keine Pioniertat, kein Weg kommt aus dem Nichts. Dies gilt auch für Dürer, der in seiner Heimatstadt Nürnberg in die Fußstapfen großer Vorgänger treten konnte, die bereits Wegweisendes geschaffen hatten. An erster Stelle ist Hans Pleydenwurff zu nennen, der 1457 von Bamberg nach Nürnberg übersiedelte und dort eine Werkstatt betrieb, in der Dürer später seine Lehre absolvierte. Pleydenwurff hatte wichtige Etappen seiner Ausbildung in den Niederlanden durchlaufen, wo er auch mit der Kunst Rogier van der Weydens in Kontakt gekommen war. Schon dessen Zeitgenossen bewunderten seine Werke als »Ars Nova«. Begierig nahm Pleydenwurff diese neue Kunst auf und setzte sie kongenial um. Neu waren naturgetreu gemalte Objekte wie Gläser, Leuchter und andere Alltagsgegenstände, die individualisierte Darstellung des Menschen, die großartigen, realitätsnahen Landschaftspanoramen. Neu war es, die traditionellen, christlichen Themen in ein bürgerliches Ambiente zu verlegen und Einzelfiguren bühnenhaft in großen und anspruchsvollen Kompositionen agieren zu lassen. In Bildschöpfungen wie der »Kreuzabnahme ­Chris­ti« aus dem Jahr 1462 (siehe Bild S. 26) konzentrierte Pley­denwurff die Dramaturgie auf die Handlung weniger Akteure, die deutlich als Individuen und nicht mehr als standardisierte Typen charakterisiert sind ...

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