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Paläo-Anthropologie: Neue Schädelteile im Neandertaler-Puzzle



Im Jahr 1856 wurden im Neandertal bei Düsseldorf Teile eines frühmenschlichen Skelettes entdeckt. Nach seinem Fundort "Neandertaler" benannt, gab es einer ganzen Hominiden-Art den Namen. Die Ausgrabungsstelle wurde aber nie wissenschaftlich untersucht und geriet später in Vergessenheit. Erst 1997 gelang es den beiden Archäologen Ralf W. Schmitz und Jürgen Thissen vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege (Bonn), sie wiederzufinden. Seitdem konnten zahlreiche Knochenstücke von Hominiden und über 5000 Steinwerkzeuge geborgen werden. Doch die größte Sensation war jetzt der Fund eines Jochbein-Knochens. Er passt exakt in den Neandertaler-Schädel von 1856; mit Teilen von Augenhöhle und Nase ist nun endlich die Rekonstruktion des Gesichtes möglich. Weitere Knochenstücke von Vormenschen vervollständigten das Puzzle des Skeletts vom Backenzahn bis zum Fußknochen. Doch es blieben noch Knochen übrig, die zu einem zweiten Hominiden-Skelett gehören müssen, das wesentlich graziler ist. Vielleicht stammt es von einer Frau. Möglicherweise aber handelt es sich auch um einen frühen Homo sapiens. Das wäre dann die nächste Sensation aus dem Neandertal; denn mit einem Alter von 44000 Jahren wäre es das älteste Skelett dieser Art in Europa. Die neuen Funde sind bis zum 12.11. im Neanderthalmuseum in Mettmann zu bewundern. (www.neanderthal.de)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 11 / 2000, Seite 30
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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