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Medienpsychologie: Der nette Killer von nebenan

Mörder, Drogendealer, Mafiabosse: Zwielichtige, aber sympathische Hauptfiguren in TV-Serien haben Konjunktur. Was fasziniert uns an den Schurken?
Zeichnung des Anti-Helden Laden...

Was haben "Polizeiruf 110", "James Bond" und "Star Wars" gemeinsam? Sie alle erzählen Geschichten, die nach einem einfachen Prinzip funktionieren: hier die Helden, die auf der Seite des Gesetzes für Gerechtigkeit kämpfen. Dort die Bösen, denen sie das Handwerk legen wollen – am Ende meist mit Erfolg. Weit weniger einfach ist das allerdings bei vielen neueren, sehr populären Serien wie "Die ­Sopranos", "Breaking Bad" oder "Dexter". Darin gibt es keinen eindeutigen Unterschied mehr zwischen Gut und Böse. Ihre "Helden" wie Tony Soprano, Walter White und Dexter Morgan stehen selbst weit außerhalb des Gesetzes: Sie sind Mafiabosse, Drogendealer oder Serienmörder.

Der große Erfolg von Geschichten, in denen diese so genannten "moralisch ambivalenten Charaktere" die Hauptrolle spielen, zeigt, dass Zuschauer solche Figuren offensichtlich ebenso attraktiv und unterhaltsam finden wie althergebrachte, moralisch integre Protagonisten. Warum ist das so? Und welche Wirkung hat es auf Zuschauer, wenn sie mit einem Bösewicht mitfiebern? ...

2/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2017

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Quellen

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