Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Krankheitsbegriff: Neurodiversität – Der Wert des Andersseins

Ist Autismus gar keine Störung? Sollten wir ihn stattdessen als individuelle Eigenart, ja als Gabe betrachten? Das fordern Vertreter der Neurodiversitätsbewegung.

I n vieler Hinsicht sind wir Autisten normal und der Rest der Menschen ziemlich seltsam«, erklärte Greta Thunberg im November 2018. Innerhalb eines Jahres stieg die heute 17-jährige Schwedin zur Ikone der »Fridays for Future« Bewegung auf. Mit scharfer Zunge und eindringlichem Blick mobilisierte sie Millionen zumeist junge Menschen rund um den Globus – und brachte zugleich manche andere gegen sich auf. Laut Kritikern trägt Thunberg ihr Anderssein als Autistin wie eine Auszeichnung vor sich her. Doch in den Augen vieler ist ihre »Störung« tatsächlich eher eine Stärke.

Für diese Sichtweise gibt es seit einigen Jahren ein neues Schlagwort: Neurodiversität. Dahinter steht der Gedanke, Autismus sei keine Krankheit, sondern lediglich eine alternative Form, die Welt zu betrachten und mit ihr zu interagieren. Das Gehirn von Autisten sei weder defizitär noch gestört, nur anders. »Unter den richtigen Umständen ist Anderssein eine Superkraft«, twitterte Thunberg. Aber kann man ein medizinisch etabliertes Störungsbild zur bloßen Andersartigkeit erklären? Und soll man Menschen, die darunter leiden, etwa nicht therapieren?

Die Debatte wirft grundlegende Fragen ...

3/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2020

Kennen Sie schon …

4/2020

Gehirn&Geist – 4/2020

In dieser Ausgabe stellt Gehirn&Geist vor wie gut Tanz für die Gesundheit ist. Weitere Themen: Alltagsmoral – Bloß keine Vorurteile, neuronales Rauschen, Demenzdorf - Idylle oder Isolierstation?

51/2019

Spektrum - Die Woche – 51/2019

In dieser Ausgabe geht es under anderem um den Start des CHEOPS-Teleskops, den umstrittenen Rorschach-Test und den Frühmensch Homo erectus.

1/2020

Gehirn&Geist – 1/2020

In dieser Ausgabe widmen wir uns der Frage, ob der Mensch sich ändern kann. Außerdem: Vor- und Nachteile des Homeoffice, Autismus, Schlafentzug und Junkfood.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Quellen

Jaarsma, P., Welin, S.: Autism as a natural human variation: Reflections on the claims of the neurodiversity movement. Health Care Analysis 20, 2012

Joseph, R. M. et al.: Why is visual search superior in autism spectrum disorder? Developmental Science 12, 2009

Mottron, L.: Changing perceptions: The power of autism. Nature 479, 2011

Vogeley, K. et al.: Toward the development of a supported employment program for individuals with high-functioning autism in Germany. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience 263, 2013