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Neuroleptika: Pille gegen Psychosen

Mit Chlorpromazin wurde in den 1950er Jahren erstmals ein Medikament erhältlich, das Wahnvorstellungen und Halluzinationen lindert.

Weltweit nehmen Millionen Menschen täglich Medikamente ein, um ihre Psychose in Schach zu halten. Vor der Behandlung sahen sie vielleicht Personen, die gar nicht da waren, oder sie hörten Phantomstimmen, die ihnen immer bedrohlichere Szenarien schilderten. Womöglich empfanden sie ihre Gedanken nicht als die eigenen oder hatten das Gefühl, sie würden ferngesteuert. Die Tabletten wirken all dem entgegen, weil ihre Wirkstoffe molekulare Prozesse im Gehirn der Patienten beeinflussen.

Noch vor 70 Jahren wäre eine solche Therapie undenk bar gewesen. Damals verbrachten als »geisteskrank« eingestufte Menschen nicht selten Jahre in einer geschlossenen Anstalt, und vielen Betroffenen blieb ein normales Leben in der Gesellschaft verwehrt. Dass sich diese Situation innerhalb weniger Jahre komplett gewandelt hat, verdanken wir vor allem einer Entdeckung: der des ersten Neuroleptikums, Chlorpromazin. Seine Geschichte ist eng verknüpft mit der eines französischen Arztes namens Henri Laborit.

1914 in Hanoi, Vietnam (damals ein Teil von Französisch­Indochina) geboren, tritt der junge Henri 1933 in die Fußstapfen seines früh verstorbenen Vaters ...

4/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2020

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  • Quellen

Quellen

Kunz, E.: Henri Laborit and the inhibition of action. Dialogues in Clinical Neuroscience 16, 2014

Leucht, S. et al.: Antipsychotic drugs versus placebo for relapse prevention in schizophrenia: A systematic review and meta­analysis. The Lancet 379, 2012

López-­Muñoz, F. et al.: History of the discovery and clinical introduction of chlorpromazine. Annals of Clinical Psychiatry 17, 2005