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Zivilcourage: Nicht bloß für Helden

Ob Mobbing, Beleidigung, Bedrohung oder Angriff - die Opfer solcher Attacken brauchen Menschen, die für sie einstehen, Zivilcourage zeigen. Oft mangelt es im Ernstfall leider an dieser Tugend. Doch sie lässt sich stimulieren: Inspiriert durch Ergebnisse der Handlungsforschung entwarfen Psychologen wie Veronika Brandstätter von der Universität Zürich spezielle Trainingsprogramme.
Mut-GebotLaden...
Woran denken Sie, wenn Sie das Wort Zivilcourage hören? Die meisten assoziieren damit heldenhafte Taten – oder Menschen, die unerschrocken für ihre Überzeugungen eintreten. Mutige Kämpfer gegen Gängelung und Gewalt wie etwa Hans und Sophie Scholl, die als Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" gegen die Nazis opponierten und dies mit dem Leben bezahlten. Oder, um ein jüngeres Beispiel zu nennen, der Münchner Dominik Brunner, den zwei Jugendliche im September 2009 auf dem S-Bahnhof Solln brutal zu Tode prügelten, weil er einige jüngere Schüler vor ihren Erpressungsversuchen in Schutz genommen hatte.
Solche tragischen Fälle machen verständlicherweise Schlagzeilen. Doch bei Zivilcourage geht es längst nicht immer um Leben und Tod ...
September 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist September 2010

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  • Quellen
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Jonas, K. J., Sassenberg, K.: Knowing how to React: Response Behavior Activation from Social Category Primes. In: Journal of Personality and Social Psychology 90, S. 709-721, 2006.

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Latané, B., Darley, J. M.: The Unresponsive Bystander: Why Doesn't He Help? Englewood Cliffs, Prentice-Hall 1970.

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Meyer, G.: Lebendige Demokratie. Zivilcourage und Mut im Alltag. Nomos, Baden-Baden 2004.

Nunner-Winkler, G.: Zivilcourage als Persönlichkeitsdisposition - Bedingungen der individuellen Entwicklung. In: Feil E. et al. (Hg.): Zivilcourage und demokratische Kultur. Lit-Verlag, Münster 2002, S. 77-106.