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Nobelpreis für Physik: Auf Einsteins Fährte

Der diesjährige Physik-Nobelpreis ehrt die geistigen Väter der Gravitationswellenastronomie. Dank ihnen konnten Wissenschaftler 2015 erstmals die Kollision zweier Schwarzer Löcher nachweisen.
GravitationswellenLaden...
Barry C. Barish, geboren 1936, und Kip S. Thorne, Jahrgang 1940, sind Professoren am California Institute of Technology. Rainer Weiss wurde 1932 in Berlin geboren und ist Professor am Massachusetts Institute of Technology. Die drei haben das Gravitationswellen-Observatorium LIGO Realität werden lassen.

Rainer Weiss hat sich schon früh für Technik begeis­tert, mit der Menschen große Entfernungen überbrücken. Als Sechsjähriger, nachdem seine Familie vor den Nationalsozialisten nach Prag geflohen war, lauschte Weiss einer Radioansprache des britischen Premierministers – und war zutiefst fasziniert von der Technologie, die Stimmen auf wundersame Weise über tausende Kilometer transportieren kann. Nach der Flucht aus Europa lötete der inzwischen zwölfjährige Weiss selbst Radioverstärker zusammen und verkaufte sie an andere Immigranten in New York.

Letztlich fand der gebürtige Berliner am Massachusetts Institute for Technology (MIT) zu seiner Lebensaufgabe, der Suche nach Gravitationswellen. Diese Erschütterungen der Raumzeit, die bei der Beschleunigung von Massen ent­ste­hen, hatte Albert Einstein bereits 1916 vorhergesagt. Sie breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus – und machen Menschen seit gut zwei Jahren auf gewaltige Ereignisse aufmerksam, die sich in weit entfernten Galaxien abspielen. Am 14. September 2015 hatten Wissenschaftler und Inge­ni­eure des Laser Interferometer Gravitational-Wave Observato­ry (LIGO) die Schwerkraftwellen erstmals nachgewiesen. Sie stammten von zwei Schwarzen Löchern, die 1,4 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt verschmolzen waren. Die Kollision fand vermutlich in völliger Dunkelheit statt, gewöhnliche Teleskope hätten sie nie und nimmer aufspüren können ...

Dezember 2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2017

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  • Quellen

Abbott, B. P. et al. (LIGO Scientific Collaboration and Virgo Collaboration):Observation of Gravitational Waves from a Binary Black Hole Merger. In: Physical Review Letters 116, 061102, 2016

Levin, J.: Black Hole Blues and Other Songs from Outer Space. Penguin Random House UK, 2016

Weiss, R. (Massachusetts Institute of Technology): In: Quarterly Progress Report No. 105, 1972, Kapitel 5