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Persönlichkeit : Den Freigeist wecken

Nesthäkchen rebellieren eher gegen soziale Normen und Regeln als Erstgeborene. Doch auch angepassten Kindern können Eltern beibringen, unkonventionell zu denken.
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Über Jahre wurden die Experten nicht müde zu betonen, welche Vorteile die Erstgeborenen haben: Das älteste Kind in der Familie ist typischerweise auf Erfolg programmiert; es profitiert von der ungeteilten Aufmerksamkeit, Zeit und Energie seiner Eltern, die es verhätscheln. Nachweislich haben Erstgeborene eine höhere Chance, mit einem Nobelpreis für Naturwissenschaften ausgezeichnet und in den US-Kongress gewählt zu werden.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie nahmen die Wirtschaftswissenschaftler Marco Bertoni und Giorgio Brunello den Einfluss der Stellung in der Geschwisterreihe auf den beruflichen Erfolg genauer unter die Lupe. Sie verfolgten mehrere Jahrzehnte lang das Schicksal von mehr als 4000 Menschen in elf europäischen Ländern. Die Erstgeborenen, so fanden sie heraus, hatten bei Eintritt ins Berufsleben ein um 14 Prozent höheres Gehalt als die Spätergeborenen. Sie profitierten von einem höheren Bildungsstand und damit verbunden von höheren Löhnen.

Doch dieser anfängliche Karrierevorteil schmilzt nach dem 30. Lebensjahr dahin. Die Spätergeborenen erzielen auf lange Sicht ein höheres Einkommen, weil sie eine größere Bereitschaft zeigen, in besser bezahlte Jobs zu wechseln. "Erstgeborene sind risikoscheuer als Spätergeborene", schreiben die Wirtschaftswissenschaftler. Spätergeborene trinken und rauchen mehr, sorgen weniger für ihre Rente vor und schließen seltener Lebensversicherungen ab. ...

4/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2016

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  • Buchauszug

Dieser Artikel ist ein leicht gekürzter Auszug aus: "Nonkonformisten: Warum Originalität die Welt bewegt" von Adam Grant. Das Buch erschien am 2. März 2016 im Droemer Verlag.