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Sensorik: Nützlicher Schnüffler in der Luft



Wissenschaftler des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) haben ein kleines heliumgefülltes Luftschiff zu einem fliegenden Umweltschützer umgerüstet. Bei Lena (Luftschiff mit elektronischer Nase) handelt es sich um einen knapp acht Meter langen ehemaligen "Werbezeppelin", der für die Überwachung von Gefahrenzonen etwa auf Betriebsgeländen mit einer Videokamera und einem Gasdetektor ausgestattet ist, der so genannten Karlsruher Mikronase (kurz Kamina). Sie enthält als Herzstück einen etwa pfenniggroßen Chip mit 38 Gassensorsegmenten, die von einer kleinen Heizschlange auf der Chiprückseite auf 300 bis 350 Grad Celsius erhitzt werden. Jedes der Segmente reagiert durch variierende Oberflächentemperatur und verschieden dicke Beschichtung aus Siliziumdioxid unterschiedlich.

Ob im Dauerbetrieb oder in Sondereinsätzen – in jedem Fall muss der Chip auf die zu erkennenden Gase "trainiert" werden. Schadstoffe und Luftgemische lassen sich anhand charakteristischer Muster in einem zweidimensionalen Diagramm erkennen. So sind beliebige Luftanalysen bis hin zum Nachweis giftiger Gase im Ausstoß von Fabrikschornsteinen möglich. Ein Saugrohr an der Unterseite des Luftschiffs – etwa mit einem Teleskoparm – soll das Ansaugen beim Schweben über dem Erdboden erleichtern. Damit soll Lena auch zur Minensuche im Kosovo taugen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2002, Seite 89
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2002

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