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Aufbau der Galaxis: Offene Sternhaufen

Kürzlich haben Astronomen die lockeren Sternansammlungen in unserer näheren galaktischen Umgebung systematisch gezählt. Doch neben einer möglichst vollständigen Bestandsaufnahme haben sie noch anderes im Sinn: Sie wollen die Evolution offener Sternhaufen und damit letztlich die Entwicklung der Milchstraßenscheibe als Ganzes verstehen. Dazu nutzen sie sowohl Beobachtungsdaten wie auch Computermodelle.
Plejaden und HyadenLaden...

Zu den beliebtesten Objekten am Nachthimmel, allen voran für den Amateurbeobachter, gehören offene Sternhaufen. Aber auch für den Fachmann sind sie überaus wichtige Studienobjekte. Denn anhand dieser losen Ansammlungen von Sternen können Astronomen Rückschlüsse auf den Charakter der Haufen- und der Sternpopulationen im Allgemeinen in der Scheibenebene des Milchstraßensystems ziehen.

In unserer Heimatgalaxie gibt es vermutlich rund 100 000 offene Sternhaufen. Obwohl nur einige tausend von ihnen bekannt sind, gelingt es recht gut, zumindest diejenige Population in der Umgebung unserer Sonne und ihre Entwicklungsgeschichte zu verstehen.

Die offenen Sternhaufen bevölkern in der Galaxis überwiegend eine Scheibe mit einer Dicke von nur etwa 300 Lichtjahren und sind damit typische Vertreter der so genannten Scheibenpopulation. Da die Sonne und damit wir selbst uns in der Scheibe befinden, in der sich neben Sternen auch der interstellare Staub konzentriert, der das Licht der Sterne schwächt, erscheinen uns fernere Haufen stark verdunkelt und sind deshalb schwer zu erforschen.

Ein ganz anderes Bild der Sonnenumgebung würden Astronomen in der Black-Eye-Galaxie Messier 64 erhalten, könnten sie mit einem Teleskop das Milchstraßensystem beobachten. Denn die dortigen Bewohner würden senkrecht auf die Scheibenebene unserer Galaxis blicken und die offenen Sternhaufen fast ohne Extraktion durch den Staub sehen. Im Gegensatz zu uns könnten die Sternforscher in M 64 die Sternansammlungen jedoch nicht in Einzelsterne auflösen und deren Struktur analysieren.

November 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft November 2015

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