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Onkologie: Genauere Krebsdiagnose durch Fraktalanalyse

Die Bösartigkeit von Tumorzellen sicher und schnell zu erkennen, ist der Traum vieler Mediziner. Die fraktale Geometrie könnte helfen, ihn zu erfüllen.
RICM-Bild einer aggressiven Pankreastumorzelle, fraktale Dimension, ZellkonturLaden...

Laut einer aktuellen Studie im "British Journal of Cancer" leidet die Hälfte der Prostatakrebspatienten, denen die Biopsie eine langsam wachsende Tumorvariante bescheinigt hat, in Wahrheit doch an einer gefährlichen aggressiven Form. Diese Menschen könnten schon bald von einem neuen Diagnoseverfahren mit höherer Trefferquote profitieren. Es stützt sich auf den Zusammenhang zwischen der strukturellen Komplexität einer Geschwulst und ihrer Bösartigkeit.

Schon viele Forscher haben diesen Zusammenhang bemerkt. In unserer Arbeitsgruppe in der Abteilung für Biophysikalische Chemie der Universität Heidelberg untersuchen wir ihn auf der Ebene von Einzelzellen und verwenden dafür die Interferenzkontrastmikroskopie. Mit ihr lässt sich feststellen, wie uneben und zerklüftet die Oberfläche einer Tumorzelle ist. Über Fraktalanalysen berechnen wir dann den Grad ihrer Komplexität und klassifizieren sie nach ihrem Metastasierungspotenzial. Letztlich soll das Verfahren mittels automatisierter Bilderkennung standardmäßig diagnostische und prognostische Aussagen zu einer Krebserkrankung liefern. Weil es ohne teure Markierungsmoleküle auskommt, ist es zudem ausgesprochen kostengünstig. ...

September 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2014

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