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Biologie: Ortung mit dem ganzen Körper



Seekühe (Manatees) finden sich auch in trüben Gewässern erstaunlich gut zurecht. Dabei helfen ihnen ihre kurzen Haare, die als mechanische Sensoren fungieren – ähnlich den Schnurrhaaren von Katzen – und ihren gesamten Körper bedecken. Damit können die in Meer und Flüssen lebenden Wassersäuger andere Tiere oder nahegelegene Küsten wahrnehmen, indem sie die Intensität und Richtung der Wasserströmung oder Druckschwankungen registrieren. Das haben Biologen um Roger L. Reep von der Universität von Florida in Gainesville entdeckt. Sie untersuchten die Haarbälge von Seekühen, die bei Kollisionen mit Booten ums Leben gekommen waren. Dabei zeigte sich, dass alle Körperhaare einem speziellen Follikel entsprießen, der von einem dichten Geflecht aus Nerven umgeben ist. "Wenn ein Haar gekrümmt wird, werden die so genannten Mechanorezeptoren auf einer Seite gequetscht und senden ein Signal durch das Netzwerk der Nerven zum Gehirn", erklärt Reeps Kollegin Margaret Stoll. "Das Haarkleid ist somit ein wesentlicher Teil des Wahrnehmungssystems der Tiere." Vor schnellen Booten, die den Seekühen oft zum Verhängnis werden, schützt der Ganzkörper-Tastsinn aber leider nicht – dafür ist er zu träge.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002, Seite 53
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002

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