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Sprache und Denken: Parlez-vous "logique"?

Bei kniffligen Aufgaben in einer Fremdsprache wägen Probanden häufig rationaler ab. Sollten wir bei Hauskauf oder Geldanlage also besser gleich auf Englisch oder Französisch umschalten?
Kühler Kopf

Wenn sich Psychologen und Kognitionsforscher der Sprache annehmen, beschäftigen sie sich traditionell mit ­Fragen wie diesen: Wie ver­innerlichen Kleinkinder die Grammatik ihrer Muttersprache? Was hilft uns, Vokabeln effektiver zu lernen? Und wie hängen Sprache und Denken zusammen? In jüngerer Zeit nun erforschte man daneben ein Phänomen, von dem schon der russisch-amerikanische Schriftsteller Vladimir Nabokov (1899-1977), Autor des ­Skandalromans "Lolita", berichtete: Zu unserer Muttersprache haben wir meist einen stärkeren emotionalen Bezug als zu einer Fremdsprache. Für viele Menschen ist es deshalb deutlich schlimmer (oder gerade umgekehrt erleichtern­der), im heimatlichen Idiom zu fluchen als in der Fremdsprache. Dieses Phänomen kennzeichnet die gesamte Palette unserer Gefühlsäußerungen, von Liebesschwüren bis zu Beschimpfungen ...

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  • Quellen

Caldwell-Harris, C. L., Ayçiçeği-Dinn, A.: Emotion and Lying in a Non-Native Language. In: International Journal of Psychophysiology 71, S. 193-204, 2009

Keysar, B. et al.: The Foreign-Language Effect. Thinking in a Foreign Tongue Reduces Decision Biases. In: Psychological Science 23, S. 661-668, 2012

De Martino, B. et al.: Explaining Enhanced Logical Consistency during Decision Making in Autism. In: Journal of Neuroscience 28, S. 10746-10750, 2008

Pavlenko, A.: Emotions and Multilingualism. Cambridge University Press, Cambridge 2006

Ross, M. et al.: Language and the Bicultural Self. In: Personality and Social Psychology Bulletin 28, S. 1040-1050, 2002