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Atmosphärenforschung: Leuchtende Nachtwolken

In den Sommermonaten können wir nach Sonnenuntergang ein faszinierendes Phänomen am Himmel beobachten: Feine, zirrusähnliche Schwaden, die über dem nördlichen Horizont zu schweben scheinen. Solche Leuchtenden Nachtwolken ziehen nicht nur Naturfreunde in ihren Bann. Wissenschaftlern liefern sie einzigartige Informationen über die Erdatmosphäre an der Grenze zum Weltraum.
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Mit den Leuchtenden Nachtwolken verhält es sich wie mit so vielen faszinierenden Naturphänomenen, die zwar schon vor langer Zeit entdeckt wurden, die aber Forscher bis heute in Atem halten: Ihre erste Beobachtung verdanken wir einem Zufall. Mit dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau im Jahr 1883 wurden große Mengen Vulkan­asche in höhere Atmosphärenschichten eingebracht, die sich global verteilten. Sie verursachten in den folgenden Jahren außergewöhnlich farbenprächtige Dämmerungserscheinungen. Die Beobachtung dieses so genannten Purpurlichts bot die einmalige Gelegenheit, etwas über die Atmosphärenschichten jenseits der bekannten Troposphäre zu erfahren, in der sich das uns vertraute Wettergeschehen abspielt.

So kam es, dass viele Wissenschaftler in jenen Jahren den Dämmerungshimmel intensiv beobachteten. Im Juni des Jahres 1885 tauchte am Himmel plötzlich etwas völlig Unerwartetes, bislang nie Dagewesenes auf. Noch heute spürt man die Verblüffung der Entdecker, die in ihren Aufzeichnungen um Worte ringen und von "merkwürdigen Erscheinungen" und einem "See aus leuchtenden silbrig-weißen Wolken" berichten ...

Juni 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Sterne und Weltraum Juni 2018

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  • Quellen

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Jesse, O.: Die Höhe der leuchtenden Nachtwolken. In: Astronomische Nachrichten 140, S. 161 – 168, 1896

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Thomas, G. E., et al.: Relation between Increasing Methane and the Presence of Ice Clouds at the Mesopause. In: Nature 338, S. 490 - 492, 1989

Witt, G.: Height, Structure and Displacements of Noctilucent Clouds. In: Tellus 14, S. 1 - 18, 1962