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Krebstherapie: Phantom "Chemobrain"

Gedächtnislücken, mangelnde Konzentration oder Probleme beim Planen und Organi­sieren - viele Krebspatienten fürchten dauerhafte kognitive Einschränkungen nach einer Chemotherapie. Die Psychoonkologin Kerstin Hermelink und die Neuropsychologin Karin Münzel geben auf Basis neuester Studien jedoch Entwarnung: In den meisten Fällen schwächt eine Behandlung mit Zyto­statika die geistigen ­Fähigkeiten allenfalls vorübergehend.
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Diagnose: Krebs. Der Albtraum, der so beginnt, geht immer häufiger gut aus. Denn eine Reihe von Tumorerkrankungen können Mediziner heute früh erkennen und erfolgreich behandeln. So werden Karzinome in der Brust – die mit Abstand häufigsten bösartigen Gewebeveränderungen bei Frauen – in der Mehrzahl der Fälle dauerhaft zum Verschwinden gebracht. Auch die Genesungschancen bei einigen anderen Tumorarten steigen seit Jahren. Onkologen können daher immer mehr Patienten nach einer Zeit intensiver, meist belastender Therapien mit guter Prognose entlassen.
Die Betroffenen erwarten häufig, dass sie schnell in ihr gewohntes Leben zurückfinden und ihre Rollen in Familie und Beruf wieder voll ausfüllen können – genau so wie vor der Erkrankung. Vielen gelingt das aber nicht, selbst dann nicht, wenn ihre körperliche Leistungsfähigkeit längst wiederhergestellt ist. Diese Patienten berichten, dass sie sich schlechter konzentrieren und sich weniger merken können als früher. Oft brauchen sie auch länger, um ein Problem zu erfassen, oder ihnen unterlaufen Fehler, die einst undenkbar gewesen wären. Manche berichten zudem über besondere Mühe beim Planen und Organisieren alltäglicher Aufgaben. Wie kommt es zu solchen Beeinträchtigungen nach einer Krebserkrankung?
Ganz oben auf der Liste möglicher Ursachen steht aus Sicht der Betroffenen die Chemotherapie, die Behandlung mit Zytostatika ...
Mai 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Mai 2010

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