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Plastizität: Neurone aus dem Nichts

Ein fehlgeschlagenes Experiment entpuppte sich als Sensation: Die Entdeckung könnte zu einem Meilenstein für die Behandlung degenerativer Hirnerkrankungen werden.
Blaue Neurone vor schwarzem Hintergrund

Alle drängten sich um die Petrischale. Doch sie konnten sich einfach keinen Reim auf das machen, was sich darin befand. »Wir sahen viele Zellen mit Stacheln, die aus der Zelloberfläche herauswuchsen«, sagt Xiang-Dong Fu, Leiter des Teams an der University of California, San Diego. »Keiner von uns hatte wirklich Ahnung von Hirnforschung, und so fragten wir in der Fachwelt herum, bis uns jemand darüber aufklärte, dass dies Nervenzellen sind.« Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Zell- und Molekularbiologen, war völlig verblüfft. Woher waren die Neurone gekommen? Yuanchao Xue, der mittlerweile am Institut für Biophysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking forscht, hatte ein fehlgeschlagenes Experiment im Brutschrank des Labors stehen lassen: eine Petrischale mit menschlichen Tumorzellen. Als er zwei Wochen später noch einmal nachsah, fand er eine Schale voller Neurone vor.

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  • Quellen

Duraes, F. et al.: Old drugs as new treatments for neurodegenerative diseases. Pharmaceuticals 11, 2018

Qian, H. et al.: Reversing a model of Parkinson’s disease with in situ converted nigral neurons. Nature 582, 2020

Rivetti di Val Cervo, P.: Induction of functional dopamine neurons from human astrocytes in vitro and mouse astrocytes in a Parkinson’s disease model. Nature 35, 2017