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Ethik: Praktische Philosophie des Tierschutzes

Dem Wolf fehlt die moralische Dimension des Menschen. Aber deswegen ist er nicht minderwertig – sagt Wolf.

Tiere leiden nach wie vor im großen Stil – auch wenn längst ein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht, dass ihnen keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden sollten. Immer noch begegnet der Mensch Tieren zumeist in ausbeuterischer oder gar zerstörerischer Absicht. Ein bedrückender Umstand, den Ursula Wolf zum Anlass nimmt, die ethischen Dimensionen des Problems neu auszuloten.

In der Verfassung Neuseelands genießen Menschenaffen Menschenrechte. Ansonsten hat der Tierschutz nur in Deutschland und in der Schweiz den Rang eines verfassungsmäßig verbrieften Staatsziels. Artikel 20a des deutschen Grundgesetzes stellt seit 2002 die Tiere neben den natürlichen Lebensgrundlagen explizit unter den Schutz des Staates. Und die schweizerische Bundesverfassung spricht sogar vom "Schutz der Würde der Kreatur". Die schnöde Praxis ist von diesen hehren theoretischen Ansprüchen weit entfernt. Bei objektiver Betrachtung tut sich eine Gerechtigkeitslücke auf – mehr noch: ein moralischer Abgrund.

So nimmt der Verbrauch an Tieren für die menschliche Ernährung dramatisch zu. Mittlerweile summiert sich die Zahl der Nutztiere in industrieller Haltung weltweit auf 450 Milliarden – mehr als 60 für jeden Erdbewohner. ...

Juni 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juni 2013

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