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Physik: Quantensee schlägt hohe Wellen



Der schottische Ingenieur John Scott Russell beobachtete 1834 eine Wasserwoge in einem Kanal, die sich kilometerweit fortbewegte, ohne auseinander zu laufen. Solche nichtlinearen Solitonen wurden inzwischen auf vielen Gebieten entdeckt – von der Teilchenphysik bis zur Optik. Nun konnte ein Team um Kevin E. Strecker an der Rice University in Houston das kuriose Phänomen auch in einem Bose-Einstein-Kondensat erzeugen: einer Ansammlung von Atomen, die bei extrem tiefen Temperaturen zu einem makroskopischen Quantenobjekt verschmelzen. Mit genau abgestimmten Laserstrahlen und Magnetfeldern erreichten die US-Forscher, dass sich aus einem Kondensat aus Lithium-Atomen kleinere Teilchenpakete abschnürten und wie Wogen fortbewegten, ohne sich zu verbreitern. Dabei entstanden Züge aus bis zu 15 Solitonen hintereinander. Sie könnten eines Tages für extrem genaue Gyroskope zur Messung von Drehbewegungen oder Atomuhren verwendet werden. (Nature, 9. 5. 2002, S. 150)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002, Seite 76
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
7 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002

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