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VERHALTENSBIOLOGIE: Bioelektrische Tarnung bei Tintenfischen

Eine Art Erstarren hilft Tintenfischen, sich der Aufmerksamkeit von Haien zu entziehen. Die Tiere hören auf, sich zu bewegen, atmen weniger und bedecken Körperöffnungen und andere Partien mit ihren Armen. Das führt zu einer deutlichen Abschwächung ihres äußeren elektrischen Felds und mindert so das Risiko, von den Raubfischen entdeckt zu werden.

Christine Bedore von der Duke University (USA) und ihre Mitarbeiter spielten Gewöhnlichen Tintenfischen (Sepia officinalis) verschiedene Videos vor, darunter eines mit einem näher kommenden Hai. Die Kopffüßer reagierten darauf wie beschrieben. Heran­nahende Krabben hingegen lösten bei ihnen kein solches Verhalten aus.

Bioelektrische Felder entstehen bei Ionenaustauschprozessen, unter anderem bei Muskelkontraktionen im Zuge von Atmung und Herzschlag. Deshalb erzeugen Lebewesen um sich herum ein elektrisches Feld. Haie können es mit speziellen Sinnesorganen wahrnehmen, den Lorenzinischen Ampullen, und so auch versteckte Kopffüßer aufspüren. Durch das "Erstarren" schwächen Tintenfische ihr Feld aber um bis zu 90 Prozent ab, wie Bedores Messungen ergaben.

Dass die Tarnung funktionieren kann, zeigten weitere Experimente mit Kleinen Schwarzspitzenhaien (Carcha­rhinus limbatus) und Schaufelnasen-Hammerhaien (Sphyrna tiburo). Diese attackierten im Versuch eine Elektrode, die das elektrische Feld von ruhenden Tintenfischen simulierte. Ging von der Elektrode hingegen das Feld eines "erstarrten" Tintenfischs aus, bissen die Räuber nur noch halb so oft zu.

Februar 2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2016

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