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Recycling historischer Gebäude


Wiederverwenden statt entsorgen, so lautet die Devise von bereits mehr als 30 bundesdeutschen Unternehmen des Verbandes Historische Baustoffe. Werden mehrere hundert Jahre alte Gebäude zum Abbruch freigegeben, weil sie in ihrer Substanz insgesamt stark angegriffen sind oder städtebaulichen Vorhaben im Wege stehen, versuchen diese Firmen durch sorgfältigen Rückbau Baumaterialien zu bewahren, die noch gut brauchbar oder für bestimmte Zwecke besonders geeignet sind.

Beispielsweise bietet Holz, das einstmals im Winter geschlagen wurde und somit wenig Wasser und Nährstoffe enthielt, nach so langer Zeit für Schadorganismen kaum noch eine Lebensgrundlage und dürfte sich nicht mehr verziehen. Alte Dachziegel und Backsteine sind aufgrund besserer Materialien, sorgsamen Brandes und handwerklicher Herstellung oft haltbarer und ästhetisch ansprechender als viele industriell gefertigte.

Mitunter werden die Gebäude auch komplett zerlegt und an anderer Stelle etwa als Wohnhaus wiederaufgebaut. Im Gegensatz zu landläufigen Vorstellungen über die Kosten solcher Unternehmungen entstehen dabei nicht nur haltbarere Objekte, die Wiederverwertung hilft den Bauherren auch sparen. Mitunter hatten schon die ersten Besitzer an eine Zweitverwendung gedacht: Mancher wohlhabende Bauer errichtete auf seinem Hof ein Fachwerkhaus für die Tochter; zur Hochzeit wurde die Immobilie als Mitgift verfrachtet. (K.-D. L.)


Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 1997, Seite 102
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
4 / 1997

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 4 / 1997

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