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Physik: Reise zum Mittelpunkt des Frühstückseis

Streifzüge durch die Physik der alltäglichen Dinge
Aus dem Englischen von Carl Freytag. Campus, Frankfurt am Main 2003. 290 Seiten, € 21,50


Warum kann ich die widerspenstige Schraube mit einem langen Schraubenzieher besser in die Wand drehen als mit einem kurzen? Der Hebelarm, an dem meine Kraft angreift, ist nicht länger – sollte man meinen. Der englische Physiker Len Fisher belehrt mich eines Besseren. Das, wovon einem eigentlich abgeraten wird, nämlich den Schraubenzieher zu verkanten: Das bringt die zusätzliche Kraft.

Das Buch bringt Merkwürdiges und Scherzhaftes zu alltäglichen Dingen, zum Beispiel zu einem schnellen und effizienten Verfahren, den Kassenzettel des Supermarkts durch Überschlagsrechnung zu überprüfen, zur Kunst, einen Ball im Laufen zu fangen, zum Schicksal des Kekses im Tee und des Frühstückseis im kochenden Wasser, und zum Schluss ein ausführliches Kapitel über "Physik und Sex". Die lustvollen Passagen weichen allerdings bald einer ermüdenden Darstellung von dem ermüdenden Hindernislauf, den die Spermien nach vollzogenem Akt zu absolvieren haben.

Gegen die Fülle interessanter Einzelheiten ist nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil. Bis Fisher allerdings ein Versprechen vom Anfang des Kapitels am Ende einlöst, hat er mit sehr vielen Nebenbemerkungen die Geduld des Lesers sehr strapaziert.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2003, Seite 102
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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