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Technik: Rekorde der Technik



Wie hoch ist der höchste Wolkenkratzer? Wie schnell das schnellste Flugzeug? Und wo hängt die längste Hängebrücke? Die Antworten darauf und eine weitere umfassende Auswahl von Meisterleistungen der Technik präsentiert diese CD-Rom, angefangen bei dem vorgeschichtlichen Monument Stonehenge bis hin zum geplanten größten Schiff der Welt.

Landfahrzeuge, Schiffe, U-Boote, Luft- und Raumfahrzeuge, Wolkenkratzer, Brücken und Tunnel, Kraftwerke, Roboter und Maschinen, Computer und Kommunikationsmittel, Fernrohre und Mikroskope sowie Uhren und Messgeräte: Das ist das Panorama, das zum Programmstart geboten wird. Ein Klick auf eines dieser Bildchen, und schon ist man im zugehörigen Themenbereich der »Rekorde«. Neben diesem Menüpunkt stehen »Wissen«, »Zeitleiste« und ein »Quiz« zur Auswahl.

»Wissen« vermittelt dem Benutzer sehr anschaulich Grundlagen in den Gebieten »Bauen«, »Schwimmen und Tauchen«, »Fahren«, »Fliegen«, »Messen«, »Sehen«, »Kommunizieren«, »Energie« sowie »Bewegen und Arbeiten«. Spaß machen die eingebauten interaktiven Möglichkeiten; so gibt es im Bereich »Sehen« eine Linse, die eine Kerze auf eine Wand abbildet. Die Linse lässt sich verschieben, sodass das Bild der Kerze an der Wand größer oder kleiner wird.

Die »Zeitleiste« ermöglicht die chronologische Einordnung der Rekorde. Und wer das alles durchgearbeitet hat, weiß wahrscheinlich die richtigen Antworten auf die 250 kniffeligen Fragen im »Quiz«.

Die CD-Rom scheint auf den ersten Blick sehr gut gemacht. Die Möglichkeiten des Mediums wurden gut genutzt. Leider sind die Informationen unvollständig, allzu knapp und manchmal sogar falsch.

So wird neben all dem Großen und Schnellen dem Kleinen zu wenig Platz eingeräumt. Da wird kein Byte über die
beachtlichen Leistungen verloren, die zu Mikrochips geführt haben, auch die Nanotechnologie bleibt unerwähnt. Das Kleinste, was ich gefunden habe, ist ein centgroßer Roboter.

Die Informationen zu den einzelnen Rekorden sind oberflächlich. Meist wird man mit zwei bis vier Sätzen abgespeist, manchmal sind es auch sechs. So entsteht der Eindruck, man blättere auf etwas umständliche Art und Weise in einem Bilderbuch mit kurzen Bildunterschriften. Ich hätte gerne gewusst, worin die eigentliche Leistung für den Rekord lag und welche Schwierigkeiten zu überwinden waren.

Besonders unseriös wirkt, wenn Planspiele von fantasiebegabten Ingenieuren nicht deutlich als solche gekennzeichnet werden. Das größte Schiff der Welt ist angeblich die »Freedom«; dass es sich um einen Entwurf handelt, der erst 2015 realisiert werden soll, muss man aus dem Text und der Zeitleiste mühsam erschließen. Wie schnell solche Planungen überholt sind, zeigt sich beim Lasten-Luftschiff Cargo Lifter 160, den es vermutlich nie geben wird, da das Unternehmen inzwischen Konkurs anmelden musste.

Sogar Fehler finde ich. So wird das Brennstoffzellenfahrzeug NECAR 5 gezeigt und behauptet, es werde mit flüssigem Wasserstoff betrieben. Stimmt nicht, es gewinnt den Wasserstoff aus Methanol. Das steht sogar auf dem abgebildeten Fahrzeug: »methanol powered fuel cell car«. Dann fällt auf, dass der Titel »Rekorde der Technik« in den Menüs »Technikrekorde« heißt – da ist wohl der alte Arbeitstitel stehen geblieben –, und spätestens dadurch wird klar, dass diese CD mit wenig Sorgfalt gemacht wurde.

Würde ich diese Scheibe verschenken? Na ja, dem Spieltrieb wird einiges geboten, im Bereich »Wissen« stecken viele gute Ideen, doch sicherlich würde mir für eine Freundin oder einen Freund etwas Besseres einfallen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003, Seite 89
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003

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