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Betrüger oder Opfer eines Komplotts?

Ein neuer Sachbuchkrimi befasst sich mit dem geheimnisvollen Leben des Biologen Paul Kammerer.

War Paul Kammerer ein Fälscher oder Opfer einer Verschwörung? Der umstrittene Biologe forschte vor rund 100 Jahren in Wien. Er behauptete, seine Experimente zeigten, dass erworbene Eigenschaften der Eltern an die nächste Generation weitervererbt werden können. Damit begab er sich mitten in einen Diskurs zwischen Neodarwinisten einerseits, die einen solchen Vererbungsmechanismus verneinten, und Neolamarckis­ten andererseits, die Darwins Evolutionstheorie in Zweifel zogen. Diese Debatte strahlte weit über die Wissenschaft hinaus und prägte schließlich sogar politisch-ideologische Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Kräften. Nachdem Kammerer bezichtigt wurde, eines seiner Präparate manipuliert zu haben, nahm er sich das Leben.

Noch heute sind die Meinungen über den Biologen geteilt. Manche bezeichnen ihn als Betrüger, andere als Vater der Epigenetik. Diese Forschungsdisziplin befasst sich mit Faktoren, die Genaktivitäten verändern, ohne dabei in die DNA-Sequenz einzugreifen. Die Epigenetik wurde immer wieder als möglicher Mechanismus ins Spiel gebracht, über den Organismen erworbene Eigenschaften genetisch fixieren und an ihre Nachkommen weitergeben. …

Januar 2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2017

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