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Ökologie: Konstant ist nur der Wandel

Naturschützer sollten damit aufhören, verbissen am Status quo ­festzuhalten, schreibt Umweltjournalist Fred Pearce.

Mit dem Untertitel seines Buchs lehnt sich der renommierte britische Umweltjournalist Fred Pearce weit aus dem Fenster und stellt sich gegen die Ansichten etablierter Naturschützer. Getreu dem Motto, Veränderung sei die einzige Konstante, stellt er eingefahrene Ansichten darüber auf den Prüfstand, was Naturschutz ist und wer oder was von ihm profitieren darf. Natur gegen Kultur, heimisch gegen fremd, gut versus schlecht, ursprünglich versus zivilisiert, Stadt im Gegensatz zu Land: Pearce beschreibt, wie wenig hilfreich diese Kategorisierungen sind, wenn man Biodiversität bewahren und fördern möchte. Seine Ausführungen verdeutlichen, dass es in der Natur kein Schwarz-Weiß gibt, sondern vielmehr ein Zusammenspiel verschiedenster Graustufen.

Im Zuge seiner Recherchen hat der Journalist unterschiedlichste Biotope aufgesucht. An ihrem Beispiel zeigt er, dass eingewanderte Arten – seien es Tier- oder Pflanzenspezies – nicht unbedingt negative Auswirkungen auf bereits vorhandene Lebensgemeinschaften haben müssen. So berichtet er von Invasionen, die zu einem Anstieg des Artenreichtums führten oder sogar gefährdete Arten vor dem Aussterben bewahrten. Der Gelbbrustara etwa (Ara ararauna) siedelte sich erfolgreich auf Puerto Rico an, starb aber in seiner Heimat Paraguay nahezu aus. Dass neu eingewanderte Arten auch für Menschen durchaus vorteilhaft sein können, zeigt er am Beispiel der Europäischen Honigbiene (Apis mellifera). Sie wurde im 17. Jahrhundert von britischen Siedlern in die USA eingeschleppt und ziert heute die Wappen von zwölf amerikanischen Bundesstaaten. Inzwischen umgetauft in Westliche Honigbiene, trägt sie jährlich mehrere Milliarden Dollar zur US-Wirtschaft bei. ...

August 2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft August 2016

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