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Geografie: In die Ferne

Die unwiderstehliche Faszination märchenhafter Länder.

Seit jeher regen unentdeckte Eilande die Fantasie der Menschen an. Die Aussicht auf sagenhafte Reichtümer, Macht, Ruhm oder auch einfach nur der wissen­schaftliche Entdeckerdrang haben sie immer wieder zu waghalsigen bis toll­kühnen Expeditionen ins Unbekannte getrieben. Oft ruhte das ganze Unterfangen auf vagen Annahmen, zweifelhaften Berichten oder uralten Legenden. Menschen waren bereit, ihr Leben zu riskieren, um sich in den Annalen der Entdecker zu verewigen.

Journalist Dirk Liesemer macht den Leser mit solchen Menschen bekannt. 30 Phantominseln stellt er vor und zeigt anhand ihrer Nichtentdeckung die Motive, Schmerzen, Strapazen und Enttäuschungen der hoffnungsvollen Erkunder. Der Autor behandelt geisterhafte Eilande rund um den Globus, und die Leser dürften überrascht sein, dass einige wenige davon nicht sehr weit vor europäischen Küsten liegen. Selbstverständlich muss es in einem solchen Buch auch um Extreme gehen: am anderen Ende der Welt liegende exotische Inseln, ja sogar Kontinente, besiedelt von Kriegern, die Rüstungen aus purem Gold tragen.

Das Buch ist optisch ansprechend gestaltet. Zu Beginn jedes Kapitels erscheint die Position der vorgestellten Insel auf einer Karte und – wenn bekannt – die zugehörigen vermeintlichen Koordinaten. Allerdings erweist sich hierbei die Farbgebung als irritierend: Weiß für das Meer und Blau für das Land. Liesemer geht nicht weiter auf geschichtliche Hintergründe oder Zusammenhänge ein, sondern beleuchtet jede Phantominsel und die erfolglosen Bemühungen um ihre Entdeckung als Einzelfall. Interessierte Leser finden aber hinreichend Anhaltspunkte für eigene Recherchen. Das Buch setzt keinerlei Fach­ oder Spezialwissen voraus. Jeder, der sich für Entdecker und Abenteuer begeistert, wird an der Lektüre seine Freude haben.

Dezember 2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2016

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