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MATHEMATIK: Tückisches Thema

Von Hurrikanen mit weiblichen Namen bis zur Messung von Armut: Statistikerin Katharina Schüller zeigt Fallstricke ihres Fachs auf.

Die Autorin des Werks ist Diplomstatistikerin und hat sich in den zurückliegenden Jahren mit regelmäßigen Radiobeiträgen einen Namen gemacht, ebenso als Leiterin eines international aktiven Data-Science-Unternehmens. Auch beteiligt sie sich mit Kommentaren an der renommierten "Unstatistik des Monats" des Ökonomen Thomas Bauer, des Statistikers Walter Krämer und des Risikoforschers Gerd Gigerenzer. Dass der Umgang mit statistischen Daten schwierig ist und oft danebengeht – Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman bezeichnet unser Gehirn in dieser Hinsicht als miserabel –, verdeutlicht die Autorin in fünf Kapiteln mit jeweils sieben gut ausgewählten Beispielen.

Das Spektrum dieser 35 Fälle ist sehr breit. Bei der Lektüre werden sich die Leser sicherlich an die eine oder andere Schlagzeile erinnern, die auf angebliche Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien verwies. Dazu gehört etwa die Aussage, Hurrikane mit weiblichen Namen verursachten mehr Todesfälle als solche mit männlichen – eine Fehleinschätzung, wie Schüller zeigt. Die Auto­rin erläutert auch Gründe dafür, warum Steuerschätzungen regelmäßig danebenliegen und die jährliche Prognose des Arbeitskreises Steuerschätzung, eines Beirats des Bundesfinanzministeriums, in den seltensten Fällen stimmt. Zudem setzt sie sich mit den fragwür­digen Kriterien des Korruptionswahrnehmungsindex von "Transparency International" auseinander, laut dem Deutschland zurzeit auf Platz 12 von 175 bewerteten Ländern liegt.

Weiterhin macht sie deutlich, auf welch wackligen Beinen die Aussage steht, ein Prozent der Weltbevölkerung besitze so viel wie die ärmsten 50 Prozent zusammengenommen. ...

August 2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft August 2016

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