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Psychische Störungen: Risiko: Psychose

Das neue Diagnosehandbuch DSM-5 soll auch ein schwächer ausgeprägtes, "präklinisches" Psychosesyndrom enthalten, das auf eine drohende Schizophrenie hindeutet. Eine Hilfe zur wirksamen Prävention oder unnötige Pathologisierung?
Schmaler Grat

Schon als Kind war Mike sonderbar. Der ­Junge fand schlecht Anschluss an Gleichaltrige und war oft übertrieben misstrauisch. Er machte sich zudem häufig Sorgen, jemand könne seinen Spind in der Schule aufbrechen oder in seiner Abwesenheit sein Zimmer zu Hause durchwühlen. Statt dem Unterricht zu folgen, kritzelte Mike gerne Landschaften in sein Aufgabenheft, und manchmal sprach er mit sich selbst, während der Lehrer etwas erklärte. Entsprechend schlecht war es um Mikes Schul­noten bestellt.
All diese Verhaltensweisen können Anzeichen einer Psychose sein – einer seelischen Erkrankung, bei der die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Menschen mit voll entwickel­ter Psychose sind in ihrem logischen Denkvermögen meist eingeschränkt, viele hören Stimmen oder leiden an anderen Halluzinationen. In schweren Fällen bewältigen die Betroffenen ihren Alltag nicht mehr.
In Mikes Fall befand ein Psychiater, den ­seine Eltern zu Rate zogen, die Symptome seien zu schwach, um eine Psychose diagnostizieren zu können. Doch andererseits brauchte der Junge offenbar Hilfe. Was tun? ...

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  • Quellen

Penn, D. L. et al.: Psychosocial Treatment for First-Episode Psychosis: A Research Update. In: American Journal of Psychiatry 162, S. 2220-2220, 2005

Yung, A. R. et al.: Psychosis Prediction: 12-Month Follow up of a High-Risk ("Prodromal") Group. In: Schizophre­nia Research 60, S. 21-32, 2003

McGorry, P., Pelosi, A.: Head to Head: Is Early Intervention in the Major Psychiatric Disorder Justified? Yes. In: British Medical Journal 337, a695, 2008

McGorry, P. et al.: Early Intervention in Psychosis: Concepts, Evidence and Future Directions. In: World Psychiatry 7, S. 148-157, 2008