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Risikoforschung: Unbegründete Ängste

Unser Gespür für Risiken könnte besser sein.

Führt man eine Umfrage durch, welche Gefahren uns heute besonders bedrohen, erhält man von Laien ganz andere Antworten als von Risikoforschern. Ortwin Renn, der zu den renommierten Vertretern dieses Wissenschaftsbereichs zählt, kann das anhand zahlreicher Studien belegen. In seinem neuen Buch "Das Risikoparadox" geht er der Frage nach, warum das so ist. Zudem versucht er, die tatsächlich größten Risiken dingfest zu machen. Kann man, fragt Renn, die Öffentlichkeit darin schulen, Gefahren realistischer einzuschätzen? In vier Abschnitten auf rund 600 Seiten will er hierfür die Voraussetzungen schaffen.

Zunächst zeigt der Autor auf, welche Dinge den meisten Menschen als besonders gefährlich erscheinen. Chemieindustrie, Umweltbelastungen, technische Risiken und Unfälle stehen hier ganz oben. Tatsächlich aber spielen sie als Todesursachen und Gründe für schwere Erkrankungen nur eine untergeordnete Rolle, wie Statistiken belegen. Deutlich höher ist das Risiko eines verhaltensbedingten schweren Leidens, etwa Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Raucherlunge oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Renn fragt nach dem Grund für diese verzerrte Wahrnehmung und unternimmt dabei einen Exkurs in die Psychologie. Er beleuchtet intuitive Mechanismen der Urteilsbildung, geht auf den Einfluss der Medien ein und erörtert, nach welchen unbewussten Regeln wir Gefahren bewerten. ...

September 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2014

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