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Titelthema: Künstliches Bewusstsein: Roboter mit Ego

Die Ich-Vorstellung eines Menschen, der sich seiner selbst bewusst ist, setzt sich aus einer Reihe von Einzelaspekten zusammen. Wissenschaftler haben damit begonnen, diese Komponenten Stück für Stück in einen Roboter einzubauen. Am Ende hoffen sie so ein künstliches Bewusstsein zu schaffen.
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Wer bin ich? Worin besteht mein inneres Selbst, die Essenz meines Wesens? Der Philosoph René Descartes (1596 – 1650) erhob mit seinem berühmten Diktum "cogito, ergo sum" ("Ich denke, also bin ich") die Existenz des denkenden Ich zur Grundlage jeglichen Wissens über die Welt. Schon David Hume (1711 – 1776) bezweifelte allerdings die Existenz eines zeitlosen Ich. Vielmehr sah er das Wesen des Menschen geprägt durch den stetig wechselnden Strom von Erfahrungen. Auch nach buddhistischer Lehre ist die Vorstellung eines unveränderlichen Selbst eine Illusion.

Dieser Ansicht stimmt heute eine wachsende Zahl von Philosophen und Psychologen zu. Demnach bilden wir uns nur ein, lebenslang ein- und dieselbe Person mit unveränderlichem Wesenskern zu bleiben. Unser Selbstbild ist ein Konstrukt unseres Gehirns, das uns lediglich vorspiegelt, das eigene Ich sei eine feste, unwandelbare Größe.

Doch auch wenn die Ich-Erfahrung insgesamt trügerisch ist, sind Komponenten davon real und der wissenschaftlichen Analyse zugänglich. Wie unterscheide ich zum Beispiel zwischen mir und den anderen? Warum erfahre ich die Welt von einem bestimmten Blickpunkt aus, der typischerweise irgendwo mitten in meinem Kopf liegt? Wie erinnere ich mich an mein früheres Ich und stelle mir mein künftiges vor? Und wie schaffe ich es, die Welt aus der Perspektive eines anderen Menschen zu sehen? Untersuchungen mit Computermodellen beginnen allmählich, Antworten auf solche Fragen zu liefern, und diese Antworten gewähren zugleich tiefere Einblicke in das Rätsel, wie unser Bewusstsein zu Stande kommt. ...

August 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft August 2015

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  • Quellen

Metta, G. et al.: The iCub Humanoid Robot: An Open-Systems Platform for Research in Cognitive Development. In: Neural Networks 23, S. 1125 - 1134, 2010

Natale, L. et al.: Sensorimotor Coordination in a Humanoid Robot: Building Intelligence on the iCub. In: Cingolani, R. (Hg.): Bioinspired Approaches for Human-Centric Technologies. Springer, Heidelberg 2014, S. 155 – 197

Natale, L. et al.: The iCub Platform: A Tool for Studying Intrinsically Motivated Learning. In: Baldassarre, G., Mirolli, M. (Hg.): Intrinsically Motivated Learning in Natural and Artificial Systems. Springer, Berlin, Heidelberg 2013, S. 433 – 460

Rea, F. et al.: Event-Driven Visual Attention for the Humanoid Robot iCub. In: Frontiers in Neuroscience, Neuromorphic Engineering 7, S. 1 – 11, 2013

Parmiggiani, A. et al.: The Design of the iCub Humanoid Robot. In: International Journal of Humanoid Robotics 9, S. 1 – 24, 2012

Sandini, G. et al.: The iCub Cognitive Humanoid Robot. Springer, Heidelberg 2007

Tikhanoff, V. et al.: Integration of Speech and Action in Humanoid Robots: iCub Simulation Experiments. In: IEEE Transactions of Autonomous Mental Development 3, S. 17 - 29, 2011