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Römer in Amerika?


Bei Ausgrabungen nahe Mexiko-Stadt fanden Archäologen 1933 tief unten in einer unversehrten präkolumbianischen Grabkammer ein Tonköpfchen zwischen Gold und weiteren Grabbeigaben. Die nur einige Zentimeter große Skulptur stellt einen bärtigen Mann dar und ist deshalb so bemerkenswert, weil sich ihr Stil von anderen präkolumbianischen Arbeiten völlig unterscheidet. Kunsthistoriker halten sie für römischen Ursprungs und datieren sie auf das zweite Jahrhundert nach Christus. Der Anthropologe Romeo Hristov ging dieser sen-sationsträchtigen Spur nach, deutet sie doch darauf hin, dass Römer schon Jahrhunderte vor Kolumbus über den Atlantik segelten. Am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg wurde eine physikalische Altersbestimmung mit der so genannten Thermolumineszenz-Methode durchgeführt. Zwar streuen die Daten sehr stark: Ihnen zufolge ist das römische Tonköpfchen zwischen 730 und 2880 Jahre alt. Doch für Hristov ist das ein weiterer Beweis, dass die Figur vor Kolumbus nach Amerika gelangte. Allerdings bleibt unklar, auf welchem Wege das geschah.


Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 2000, Seite 10
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
4 / 2000

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 4 / 2000

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