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Astronomie: Röntgenblick ins Herz der Galaxis



Mit dem Weltraum-Röntgenteleskop "Chandra" konnten amerikanische Astrophysiker den rätselhaften Ursprung der Röntgenemission aus dem Zentrum der Milchstraße klären. Bisher dachte man, dass das hochenergetische Leuchten größtenteils von einer heißen interstellaren Gaswolke stammt. Dem widersprechen die neuesten Daten von "Chandra". Sie ergeben ein Röntgenbild vom Zentrum der Milchstraße in nie da gewesener Auflösung. Es zeigt mindestens tausend punktförmige Röntgenquellen; nur zwanzig davon waren bereits bekannt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um Binärsysteme, deren eine Komponente ein besonders kompaktes Objekt ist – etwa ein Weißer Zwerg, ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. Der dichtere Partner saugt wegen seiner stärkeren Gravitation Materie vom Begleiter ab. Diese sammelt sich zunächst in einer so genannten Akkretionsscheibe, in der sie sich auf einer Spiralbahn dem kompakteren Objekt nähert. Die Scheibe heizt sich an ihrem inneren Rand so stark auf, dass intensive Röntgenstrahlung entsteht. Der diffuse Anteil des galaktischen Röntgenlichts rührt wahrscheinlich von der Bildung massereicher Sterne her, die heißes Gas ausstoßen. Einen Beitrag könnte aber auch das gigantische Schwarze Loch im Mittelpunkt der Milchstraße leisten. (Nature, Bd. 415, S. 148)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002, Seite 51
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002

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