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Physik: Röntgenschnappschuss vom Inneren eines Atoms



Das Elektron des Wasserstoff-Atoms umrundet den Kern einmal in nur 24 Attosekunden (trillionstel Sekunden). Selbst die ultraschnelle Spektroskopie hat da keine Chance: Die kürzesten Laserpulse im sichtbaren Bereich sind einige tausend Attosekunden lang und können die Bewegung kernnaher Elektronen deshalb nicht auflösen. Markus Drescher von der Universität Bielefeld gelang es nun jedoch, einen nur 900 Attosekunden langen Röntgenpuls zu erzeugen. Mit ihm schlug er kernnahe Elektronen aus der Hülle von Krypton-Atomen. Das entstandene »Loch« füllte sich mit Elektronen aus weiter außen gelegenen Schalen. Wieder andere Elektronen übernahmen die dabei freigesetzte Energie und verließen das Atom. Sie wurden mit Hilfe eines zweiten, langwelligeren Laserstrahls vermessen. Ihre Energieverteilung in Abhängigkeit von der Zeit seit dem Röntgenpuls ermöglichte den Rückschluss auf die Dauer, während der das Loch bestand: Sie betrug rund 8000 Attosekunden. (Nature, 24.10.2002, S. 803)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 2003, Seite 37
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 2003

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