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Welt der Wissenschaft: Exzentrische Doppelsterne: Rote Riesen mit Herzklopfen - Gezeitenkräfte in Doppelsternsystemen

Die einzigartige Präzision der fotometrischen Daten des Weltraumteleskops Kepler ermöglicht es, viele bislang nur vermutete Prozesse und Phänomene in Sternen tatsächlich nachzuweisen. Große Fortschritte konnten insbesondere bei Roten Riesen sowie Doppel- und Mehrfachsternsystemen erzielt werden: Rote Riesen bekommen Herzklopfen, wenn sie sich ihrem Partner auf exzentrischen Bahnen nähern.
Doppelsternsystem KIC 5006817 aus einem Roten Riesen und einem Roten Zwerg

Insgesamt vier Jahre und zwei Tage lang beobachtete das Weltraumteleskop Kepler der NASA einen 105 Quadratgrad großen Ausschnitt in den Sternbildern Schwan und Leier. Im Mai 2013 versagte schließlich das zweite der insgesamt vier zur Lageregelung notwendigen Gyroskope. Bis zu diesem Zeitpunkt beobachtete das Teleskop mehr als 150 000 Sterne mit einer bislang unerreichten fotometrischen Genauigkeit.

Als ein wesentliches Ergebnis seiner Mission wurden bislang mit Hilfe der Transitmethode mehr als 1800 Exoplaneten entdeckt, und zahlreiche weitere warten auf ihre Bestätigung (siehe SuW 8/2013, S. 20). Im Februar 2014 konnte die NASA die Anzahl der bekannten Exoplaneten mehr als verdoppeln, als sie mit einem Schlag die Entdeckung weiterer 750 Exoplaneten bekannt gab. Die Kepler-Mission ist somit das bei Weitem erfolgreichste Projekt zum Auffinden von Exoplaneten.

Darüber hinaus ließen sich zahlreiche Phänomene und astrophysikalische Prozesse in Sternen bestätigen, die bislang nur theoretisch vorhergesagt und mit Hilfe bodengebundener Daten nicht hinreichend untersucht werden konnten. Somit verhalf uns die Kepler-Mission zu großen Fortschritten im Verständnis der Physik der Sterne.

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