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Krebsmedizin: Mit Salmonellen gegen Tumoren

Maßgeschneiderte Darmbakterien, die sich in Krebsgewebe ansammeln, locken Immunzellen herbei und stacheln sie mit einem speziellen Protein zum Angriff an.
Salmonellen-Kultur

Zu den Aufgaben des Immunsystems zählt neben der Bekämpfung von Krankheitserregern auch das Beseitigen entarteter Zellen. Letzteres gelingt den Abwehrkräften allerdings oft nur unzureichend, weil sich die körpereigenen kranken Zellen äußerlich relativ wenig von gesunden unterscheiden. Zudem präsentieren Krebszellen in der Regel auf ihrer Oberfläche spezielle Stoppsignale gegen Immunangriffe. Das Potenzial des Abwehrsystems versuchen Mediziner trotzdem zu nutzen. Eine Immuntherapie hätte verglichen mit einer klassischen Chemotherapie weniger Nebenwirkungen, weil gesundes Gewebe dabei weitgehend verschont bliebe. Bei vielen Studien dazu werden zuvor "blinde" Abwehrzellen so verändert, dass sie Entartetes nun erkennen und gezielt ausschalten.

Eine andere Strategie, um die Immunkräfte gegen Krebsgeschwülste zu mobilisieren, verfolgt ein Wissenschaftlerteam um die südkoreanischen Forscher Jin Hai Zheng und Jung-Joon Min. Die Gruppe setzt auf maßgeschneiderte Darmbakterien. Diese sollen sich im Tumor ansammeln und dort ein bestimmtes Protein abgeben – welches das Immunsystem als körperfremd erkennt. Daraufhin wird die Abwehr aktiv und attackiert den umliegenden Zellverband: Die Wucherung schrumpft ...

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