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Prosopagnosie: Schau mir in die Augen, Kleiner!

Die eigene Mutter erkennen sie nur an Stimme oder Frisur, der Spielkamerad von gestern ist ihnen heute schon fremd. Neuen Studien zufolge sitzt in jeder zweiten Schulklasse ein Kind mit Prosopagnosie – einer Merkschwäche für Gesichter.
»Guck mal, was fällt dir an mir auf?«, fragt Sophia ihren größeren Bruder. Auf der Nase des Mädchens prangt ein Klecks Rasierschaum. Julian fängt an zu raten: »Du hast dich heute besonders schön angezogen?« »Nein!« »Du hast deine neuen Turnschuhe an.« Sophia wird allmählich ungeduldig, schließlich ist der weiße Tupfer im Gesicht eigentlich nicht zu übersehen. »Im Gesicht!«, ruft sie. Jetzt endlich bemerkt ihr Bruder den Rasierschaum  …

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Literaturtipps

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Grüter, M.: Genetik der kongenitalen Prosopagnosie. Dissertation. 2004.

Grüter, M. et al.: Hereditary Prosopagnosia: The First Case Series. In: Cortex (im Druck).

Grüter, T., Grüter, M.: Prosopagnosia in biographies and autobiographies. In: Perception 36(2), 2007, S. 299-301.

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Pascalis, O. et al.: Plasticity of Face Processing in Infancy. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 102(14), 2005, S. 5297-5300.