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Intelligenz: Schlaue Menschen haben größere Neurone

Welches Ergebnis jemand in einem IQ-Test erzielt, hängt offenbar mit der Größe und der Arbeitsgeschwindigkeit der Neurone in seinem Gehirn zusammen, berichtet ein Team um Natalia A. Goriounova von der Freien Universität Amsterdam. Die Wissenschaftler untersuchten die Nervenzellen von 46 Personen, denen auf Grund eines Tumors oder einer Epilepsie Hirngewebe entfernt worden war. Ihr besonderes Augenmaß lag dabei auf der Größe der Zellen sowie auf der Komplexität der Dendriten, jener Fortsätze, mit denen Neurone elektrische Signale von anderen Zellen empfangen. Außerdem maßen sie, wie schnell die Zellen diese Signale zum Zellkörper weiterleiten konnten, und verglichen die Daten anschließend mit dem Ergebnis eines standardisierten IQ-Tests, den alle Versuchspersonen im Rahmen der OP-Vorbereitung absolviert hatten.

Dabei entdeckten Goriounova und ihre Kollegen, dass Nervenzellen von Probanden mit einem höheren Intelligenzquotienten im Schnitt längere und kom­plexere Dendriten aufwiesen. Zudem waren die Neurone dazu in der Lage, eingehende Reize zügiger weiter­zugeben.

Mit Hilfe eines Computermodells demonstrierten die Wissenschaftler, dass die Neurone der schlaueren Versuchsteilnehmer auf diesem Weg eine größere Menge an Signalen verarbeiten und detail­liertere Informationen an ihre Nachbarzellen weiter­leiten konnten.

Auf der Ebene eines einzelnen Neurons mag das noch wenig beeindruckend wirken. Doch angesichts der Tatsache, dass unser Gehirn fast 100 Milliarden solcher Zellen enthalte, summiere sich der Effekt schnell auf, erklären die Forscher.

3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2019

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  • Quelle
eLife 7, e41714, 2018