Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Datensammeln: Schützt die NSA vor sich selbst!

In nie gekanntem Ausmaß sammeln Geheimdienste Informationen. In der allgemeinen Entrüstung gehen die technologischen Aspekte des Skandals unter. Wie gehen wir richtig mit riesigen Datenmengen um?
NSA Luftwaffenstützpunkt Menwith Hill Harrowgate, North Yorkshire, England

In den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens hatte die National Security Agency (NSA) eine klar abgegrenzte Hauptaufgabe: die Sowjetunion im Auge zu behalten. Der Feind war eindeutig definiert, man wusste recht genau, wer dazugehörte und wer nicht, und die technischen Mittel beschränkten sich im Wesentlichen auf Spionageflugzeuge, versteckte Mikrofone (Wanzen) und das Abhören von Telefongesprächen.

Spätestens mit den Anschlägen des 11. September 2001 wurde alles ganz anders. An die Stelle eines identifizierbaren Hauptschurken war ein diffuses Netz aus einzelnen Terroristen getreten. Jeder Mensch auf der Welt war im Prinzip verdächtig und damit ein potenzielles Spionageziel. Zugleich musste sich das Handwerkszeug den neuen Kommunikationsmöglichkeiten anpassen. Dem rapide anschwellenden Datenverkehr über das Internet, vor allem mit mobilen Geräten, standen die klassischen Techniken hilflos gegenüber.

Daraufhin verschrieb sich die NSA einer neuen Strategie: alles sammeln. Keith Alexander, bis zum Frühjahr dieses Jahres Direktor der Agency, hat das in einem viel zitierten Ausspruch so auf den Punkt gebracht: "Wer eine Nadel im Heuhaufen finden will, braucht den ganzen Heuhaufen." Als Erstes sammelte die NSA Verbindungsdaten von praktisch jedem Telefongespräch innerhalb der USA, wenig später erfasste sie fast vollständig große Datenströme im Internet, aufgeschlüsselt nach Internetadressen außerhalb des eigenen Landes. Nach kurzer Zeit war der Datenstrom derart angeschwollen, dass alle zwei Stunden so viel Material zusammenkommt wie bei einer kompletten Volkszählung. ...

Kennen Sie schon …

Spektrum der Wissenschaft – 12/2021

In dieser Ausgabe widmet sich Spektrum der Wissenschaft dem Thema Künstliche Proteine. Außerdem im Heft - Raumsonden: Neue Missionen zur Venus, Kryptografie und Covid-19 - So kapert das Coronavirus unsere Zellen.

Spektrum Kompakt – Quantencomputer - Der Weg in die praktische Anwendung

Im Jahr 2019 präsentierte Google den ersten Quantencomputer, der klassische Rechner übertrumpfen sollte. Mit weiteren Unternehmen wie IBM liefert sich der Konzern ein Rennen um die Frage: Wie schnell wird die Technologie die Praxis erobern?

Spektrum Kompakt – Künstliche Intelligenz in der Medizin

Werden digitale Arzthelfer in Zukunft Krankheiten diagnostizieren und Therapien verordnen?

Lesermeinung

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Literaturtipp

Pentland, A.: Social Physics. How Good Ideas Spread – the Lessons from a New Science. Penguin Press, 2014
Ein weiteres Hauptarbeitsgebiet des Autors: physikalische Modelle für die Soziologie