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Nanotechnik: Schwärzestes Material der Welt macht Dinge nahezu unsichtbar

Die englische Firma Surrey NanoSystems hat ein Material entwickelt, das fast kein Licht reflektiert. Weniger als ein Promille der einfallenden Strahlung würde zurückgeworfen, schreiben die Entwickler. Eine Schicht aus Kohlenstoffnanoröhren, mehrere zehn Mikrometer dick, verschluckt das Licht praktisch vollständig.

Bisher war es nicht gelungen, solche Schichten auf empfindlichen Untergründen zu züchten, etwa auf elektronischen Bauteilen oder auf Materialien mit niedrigem Schmelzpunkt. Denn die erforderlichen Temperaturen waren zu hoch. Dank besserer Katalysatoren gelingt es den Entwicklern bei Surrey NanoSystems nun jedoch, die Nanoröhrenschicht schon bei 425 Grad Celsius aufzubringen. Das erlaubt es etwa, Aluminium damit zu überziehen – ein in der Raumfahrt oft verwendetes Material. Die entstehenden "ultraschwarzen" Oberflächen können etwa zum Auskleiden von Weltraumteleskopen dienen, um störendes Streulicht zu minimieren, oder zum Kalibrieren von Messinstrumenten.

Gegenstände, die mit dem Nanomaterial beschichtet sind, wirken auf den Betrachter unwirklich. Sie verlieren alle erkennbaren Oberflächenattribute und erscheinen nur noch als Silhouette. Damit könnte sich das Superschwarz auch als Tarnkappe eignen. Der amerikanische Schriftsteller Jack London (1876 – 1916) schilderte schon vor mehr als 100 Jahren in der fantastischen Erzählung "Der Schattenund der Blitz" die Geschichte eines Wissenschaftlers, der sich mit perfektem Schwarz unsichtbar macht.

September 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2014

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