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Astronomie und Praxis: Monatsthema: Doppelsterne am Frühlingshimmel

Wenn die Wintersternbilder am Westhorizont untergehen, widmen sich viele Amateurastronomen den fernen Galaxien, die nun günstig am Himmel platziert sind. Doch der Frühlingshimmel bietet auch Attraktionen gänzlich anderer Art: Lernen Sie sehenswerte Doppelsterne kennen, die Sie schon mit kleinen Teleskopen und sogar aus einer lichtverschmutzten Großstadt heraus beobachten können!
Im Großen Wagen leuchtet der Doppelstern Mizar. Seine Komponenten Mizar A und B lassen sich in einem kleinen Teleskop leicht getrennt erkennen.

Betrachtet man den Sternhimmel mit bloßem Auge, so könnte leicht der Eindruck entstehen, dass jeder der unzähligen Lichtpunkte über unseren Köpfen ein einzelner Stern sei. Ein genauerer Blick, beispielsweise mit einem kleinen Teleskop, offenbart jedoch, dass viele dieser Sterne nicht allein sind: Dicht neben einem helleren Stern können bei passender Vergrößerung oft ein oder mehrere leuchtschwächere Begleiter sichtbar werden.

In manchen Fällen sind zwei Sterne nur zufällig am Himmel benachbart; man spricht dann von einem optischen Doppelstern. Tatsächlich befinden sich diese scheinbar dicht beieinanderstehenden Objekte aber in sehr unterschiedlichen Distanzen zur Erde. Häufig bilden zwei oder mehrere Sterne jedoch ein System, in dem die einzelnen Komponenten durch ihre gegenseitige Schwerkraft aneinander gebunden sind. Sie umrunden im Lauf einiger Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende den gemeinsamen Schwerpunkt des Systems. Tatsächlich entpuppt sich mehr als jeder zweite am Himmel sichtbare Stern als ein solches physisches Doppel- oder Mehrfachsystem. Am Frühlings­himmel können Sie mit einem kleinen Tele­skop zahlreiche interessante Beispiele beobachten; in einigen Fällen genügt schon ein Fernglas ...

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Sterne und Weltraum – Explosion in Andromeda – Die Supernova von 1885

Die Supernova S Andromedae, die sich außerhalb unserer Galaxis in einer Entfernung von rund 2,5 Millionen Lichtjahren in der Andromedagalaxie ereignete, wurde von dem Astronomen Ernst Hartwig schon im Jahr 1885 entdeckt. Er schrieb damit Astronomiegeschichte. Heute setzen Instrumente wie das neue 4MOST Maßstäbe für die Forschung. Es kann mehr als 2000 Objekte am Himmel gleichzeitig ins Visier nehmen – Sternbeobachtung von den Anfängen bis ins digitale Zeitalter. Darüber hinaus: Schwarze Löcher, die nach dem Verschlingen eines Sterns nach einiger Zeit im Radiobereich wieder aufleuchten, die Geburt eines weißen Zwerges durch eine Sternkollision sowie unser Praxistipp zur Beobachtung des Südhimmels mit Remote-Teleskopen von zu Hause aus.

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Spektrum Kompakt – Astrofotografie

Sternenklare Nächte bieten einen atemberaubenden Blick ins All. Leider können Handykameras diese Schönheit nicht aufnehmen – oder doch? Mit ein paar Tricks gelingen auch mit dem Smartphone eindrucksvolle Himmelsaufnahmen. Alternativ kann man sich eine Ministernwarte in den eigenen Garten bauen.

  • Literaturhinweis

Reichert, U.: Porrima – ein visueller Doppelstern. In: Kalender für Sternfreunde 2014, S. 73. Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg 2014

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