Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Selbsterfahrung: Bis nichts mehr geht

Ist das möglich: 100 Kilometer in 24 Stunden – zu Fuß? Es gibt Menschen, die so eine Strecke bewältigen. Doch GuG-Autor Dirk Liesemer hatte noch nie annähernd einen solchen Marsch unternommen. Bis zum ­vergangenen Mai. Seither kennt er seine Grenzen.
Was tu ich hier?

Zehn Minuten vor dem Start setze ich mich ins Gras und staune über meine plötzliche Zuversicht. Sie scheint mir so unberechtigt, und ich weiß nicht, woher sie auf einmal kommt. Ich frage mich nun erstmals, ob das Unmögliche nicht vielleicht doch zu schaffen wäre.

Seit Wochen bereite ich mich innerlich auf den Mammutmarsch vor, der jetzt gleich be­ginnt. Abends bin ich oft kilometerlang durch den Wald gestreift, um auf Trab zu kommen. Immer war da die Frage im Kopf, mit welchen Tricks man sich für eine Sache motivieren kann, von der man eigentlich weiß, dass sie nicht zu schaffen ist. Jedenfalls wenn man realistisch bleibt. Doch was heißt das überhaupt: realistisch? Schließlich wurde mir klar, dass ich keine Antwort auf diese Frage finde, wenn ich die Grenzen meiner Möglichkeiten nicht austeste.

Noch einmal überfliege ich die Ausdrucke, die mir die Organisatoren des Mammutmarsches überreicht haben: ein Blatt mit Telefonnummern, falls man sich verirrt. Ein weiteres Blatt, auf dem steht, wo man aus der Tour aussteigen kann, um mit Bus oder S-Bahn zurück nach Berlin zu fahren. Und dann mehr als ein Dutzend Blätter mit dem genauen Streckenverlauf: 100 Kilometer geht es im Zickzack vom Treptower Park, wo ich im Gras sitze, bis fast nach Seelow nahe der Oder.

Vielleicht ist die Herausforderung nur eine Kopfsache. Das glaube ich zwar nicht wirklich. Aber seit mein Kumpel Lennart diese These formuliert hat, kreist sie in meinem Hirn. Möglicherweise kann man sie sogar nutzen, um sich für den Marsch zu motivieren: Die Frage, wie weit ich laufen kann, soll mich heute vorwärtstreiben ...

Kennen Sie schon …

Spektrum Gesundheit – Mikrobiom – So beeinflusst der Darm unsere Psyche

Wie unser Darm und unsere Psyche zusammenhängen und wieso Stress auf die Verdauung schlägt, lesen Sie ab sofort in »Spektrum Gesundheit«. Plus: Warum der BMI in die Irre führt + Unbekannte Gefahr Cholesterin + Wie das Nervensystem auf Tumoren einwirkt

Spektrum - Die Woche – Sind wir nicht alle ein bisschen ambivertiert?

Oft ist beim Thema Persönlichkeit die Rede von extravertiert oder introvertiert. Dabei stellen diese beiden Eigenschaften zwei Extreme dar, zu denen sich nur die wenigsten Menschen zuordnen würden. In der aktuellen »Woche« geht es um den Begriff der »Ambiversion«: ein gesundes Mittelmaß?

Spektrum Kompakt – Verhaltensbiologie – Tierisch sozial

Vor allem in Haustieren sehen wir Persönlichkeitsmerkmale wie Mut und Neugier oder Verschlossenheit. Doch nicht nur Hund und Katze haben eine Persönlichkeit, auch im Aquarium und im Ozean verhält man sich gemäß Charakter. Denn eine Persönlichkeit zu besitzen ist keine menschliche Eigenheit.

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Literaturtipps

Gilbert, D.: Ins Glück stolpern. Goldmann, München 2008
Daniel Gilbert erklärt, warum wir oft gerade das meiden, was uns unterm Strich zufriedener macht.

Murakami, H.: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede. DuMont, Köln 2008
Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami beschreibt in poetischen Worten seine Leidenschaft fürs Joggen.

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.