Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Soziale Kognition: Neuronale Wahlprognose

Warum wissen wir oft schon im Voraus, wofür sich ein Freund entscheiden wird? Offenbar prognostizieren spezielle Nervenzellen die Entschlüsse unseres Gegenübers.
Teller mit HäppchenLaden...

Stellen Sie sich vor, Sie fliegen für einen Kurztrip ins nordspanische Bilbao. Zur Mittagszeit erreichen Sie den Plaza Nueva mit seinen charmanten Bars und Tavernen. Im Restaurant erwartet Sie eine für Mitteleuropäer ungewohnte Herausforderung: Baskische Mahlzeiten sind geprägt von Pintxos, pikanten Minisnacks bestehend aus kleinen Baguettescheiben, die mit diversen Gemüse-, Fleisch- und Fischsorten in unterschiedlichsten Kombinationen belegt sind. Für welche Sorte sollen Sie sich bei diesem Reichtum an Farben, Formen und Texturen entscheiden?

Zum Glück ist die Pintxosbar ein geselliger Ort. Ein Blick auf den Teller Ihres Gesprächspartners verrät Ihnen, dass die unscheinbare Makrelen-PfefferschotenVariante besonders gut zu schmecken scheint. Sofort nutzen Sie diese Information für Ihre eigene Wahl. Psychologen nennen das soziales Lernen oder Beobachtungslernen.

Solche sozialen Beobachtungen helfen uns nicht nur, eigene Entscheidungen zu treffen, sondern auch, das Handeln anderer vorherzusagen – eine kognitive Fähigkeit, die als Theory of Mind bekannt ist. Nehmen wir an, Sie treffen Ihren Gesprächspartner aus der Pintxosbar am Abend in einem anderen Lokal wieder. Während Sie an der Theke warten, sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge bereits das Gericht, das er voraussichtlich wählen wird, noch bevor er seine Bestellung aufgibt. Bestätigt sich Ihr Verdacht, freuen Sie sich insgeheim über ...

2/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2020

Kennen Sie schon …

26/2020

Spektrum - Die Woche – 26/2020

Was bedeuten Mutationen von Sars-CoV-2 für die Pandemie? Außerdem in dieser Ausgabe: Streit um die Wetterstation Lingen und ein Mann, der Zahlen nicht mehr sehen kann

23/2020

Spektrum - Die Woche – 23/2020

Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie Forscher die Proteinstrukturen von Sars-CoV-2 nachbauen, um das Virus zu bekämpfen. Außerdem: Dino-Schwänze zum Tasten und die Wurzeln psychischer Erkrankungen.

22/2020

Spektrum - Die Woche – 22/2020

Lesen Sie in dieser Ausgabe, warum man Fledermäuse am besten in Ruhe lässt. Außerdem: was bisher über das Kawasaki-Syndrom im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt ist und eine Reise in die Badlands.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Grabenhorst, F. et al.: Primate amygdala neurons simulate decision processes of social partners. Cell 177, 2019

Grabenhorst, F. et al.: Primate amygdala neurons evaluate the progress of self-defined economic choice sequences. eLife 5, 2016

Grabenhorst, F. et al.: Prediction of economic choice by primate amygdala neurons. PNAS 109, 2012

Hernadi, I. et al.: Planning activity for internally generated reward goals in monkey amygdala neurons. Nature Neuroscience 18, 2015

Rizzolatti, G., Fabbri-Destro, M.: The mirror system and its role in social cognition. Current Opinion in Neurobiology 18, 2008