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Hirnforschung/Synästhesie: Sinfonie in Rot

Sie sehen Töne, schmecken Berührungen oder verbinden Farbeindrücke mit bestimmten Zahlen: Synästhetiker. Die sensorischen Areale im Gehirn solcher Menschen sind offenbar besonders eng verknüpft. Doch laut Danko Nikolić und Uta Maria Jürgens vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt steckt noch mehr dahinter. An dem eigenartigen Sinnesphänomen sind auch Denkprozesse beteiligt.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Konzert und plötzlich flüstert die junge Frau neben Ihnen: "Ich liebe es, wenn die Töne so hellrot über den Köpfen der Musiker tanzen!" In der Pause kommen Sie dann miteinander ins Gespräch. "Ihre Stimme hat so einen freundlichen Klang nach Jasmintee!", sagt die Dame. Bei einem kleinen Imbiss im Anschluss schaut sie unglücklich von ihrem Kanapee auf. Es schmecke "zu eckig".

Ihre neue Bekanntschaft käme Ihnen sicher merkwürdig vor. Doch keine Sorge, sie ist vollkommen gesund – sie ist nur Synästhetikerin ...
Juni 2011

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juni 2011

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